Anliegen
Einspruch
Die LTV bastelt sich eine Wüste

(20.02.2010)Wütend, verzweifelt, ohnmächtig ... wieder zu Hause... zu Hause?????

Gestern bin ich nun von Dienstreise zurückgekommen. Wie vor den Kopf geschlagen hab ich erstmal die Verwüstung in ganzem Ausmaß gesehen. Die Mauer wäre schon schlimm gewesen, aber es gibt ja nichts, was man nicht noch verschlimmern könnte.
Während die Leute von "City Forest" (Unglaublich, die heißen wirklich so!), die letzten Äste schredderten und einige "Mitfühlende" samt Kfz-Anhänger auf dem Elbradweg parkten, um Stammteile für ihre heimische Feuerungsanlage mitzunehmen, stand ich am Geländer und konnte keine klaren Gedanken mehr fassen.
Gestern abend haben wir noch die Bilder des dreitägigen Wütens der Kettensägen online gestellt.... mehr ging nicht, wir fühlen uns ausgelaugt und müde, insbesondere Martin, der die drei Tage hier echt Nerven gelassen hat, ich verdaue noch immer den Schock. Seitdem wälze ich Gedanken, man sieht noch Bilder von den Sitzungen im Ortsamt vorm geistigen Auge, wie ein Ortsbeiratsmitglied sich tatsächlich dahingehend äußerte, daß nun endlich mal etwas aus der Dreckecke gemacht werden würde, das tolle CDU-Wahlplakat: "Flutschutz für alle" und die umwerfende Arroganz des Chefprojektanten des Planungsbüros...

Was uns einfach nicht in den Kopf will: Wenn es tatsächlich eine Fehlplanung gewesen sein soll und man bemerkt, daß man sich nicht an die Vorgaben der Landesdirektion halten kann, warum plant man nicht im Interesse der Bürger, die man vorgibt, schützen zu wollen, neu? Aber da kann man wohl bei der LTV die Krönung der Ingenieurskunst wie folgt zusammenfassen: Was nicht passt, wird passend gemacht!
Warum redet weder die Stadt noch das Land mit seinen Bürgern, warum haben sich bis auf die Grünen alle Parteien regelrecht geweigert, sich der Problematik zu stellen?
Zurück bleibt Unverständnis, Wut und kompletter Vetrauensverlust in die Dresdner Kommunalpolitik.

Der Sachsenspiegel zu den Fällungen und dem Trauermarsch
Die Arbeit der LTV im Sachsenpiegel
Der Bericht über den Donnerstag, den 18.02.2010, geht bei -16:50 min los.

Noch eine Anmerkung zum Artikel in der SZ vom 19.02.2010: Nein, es waren keine 50 Umweltschützer, es waren vor allem wütende, geschockte und verzweifelte Bürger aus Pieschen und Mickten, die sich trotz der hervorragenden Informationspolitik lokaler Medien in kürzester Zeit trafen und um das wohl schönste Gebiet der beiden Stadtteile trauerten.

(18.02.2010)Morgen fahre ich nach Hause... und eigentlich will ich gar nicht mehr...

Heute habe ich ein erstes Foto vom Elbufer von Andra Schubert von den Neustadt-Grünen bekommen und bin schockiert. Nach einer ziemlich schlaflosen Nacht übertrifft das Bild noch meine schlafraubenden Vorstellungen. Martin hatte mir schon berichtet, wie schrecklich es jetzt aussieht, aber so schlimm, daß war mir nicht klar.

Eine Stadt wird platt bürokratisiert!

Nun habe ich Angst vor dem, was mich morgen erwartet, wenn ich wieder nach Hause komme. Das wird ein beschissenes Wochenende...
Ich bin auch ziemlich niedergeschlagen, daß ich nicht wenigstens am Trauerzug teilnehmen konnte nach dem ganzen Gerenne die Jahre zuvor. Irgendwie muss ich meine Wut und Ohnmacht vor soviel staatlicher Willkür in bester DDR-Tradition noch kompensieren, da wäre der Trauerzug eine Hilfe gewesen.
Martin hat mir auch erzählt, daß heute die verantwortliche Abteilungsleiterin von der LTV da war. Die Dame wurde all die Jahre bei keiner einzigen Veranstaltung, weder im RP noch im Ortsamt Pieschen gesehen, sie war bisher im Mutterschaftsurlaub. Na dann war das doch die perfekte Amtswiederaufnahme, Glückwunsch und weiterhin einen angenehmen Lebens- und Karriereweg. Von Frau Mojsetschuk und Herrn Armani von der LTV, dem netten Chefplaner mit Chemnitzer Kennzeichen, der in seiner Arroganz und Polemik nicht mehr zu überbieten war, dem Leiter des Umweltamtes Dresden, Herrn Korndörfer, Prof. Carstensen vom Institut für Wasserbau und technische Hydromechanik der TU und all den anderen, die seitens der Stadt und des Landes nicht müde wurden, uns zu erzählen, uns Bürgern und vor allem der einmaligen und beeindruckend im Fachgebiet bewanderten Andrea Schubert (die sich über alle Maßen engagiert hat) fehlte das technische Grundwissen, wir hätten keine Ahnung, wovon wir redeten, mit dem Gerede von Lebens- und Wohnqualität würden wir nur Pieschen der Gefahr eines neuen Hochwassers aussetzen (wir haben 2002 die Kötzschenbrodaer Straße wochenlang freigeschippt, die nicht!), von denen war niemand zu sehen. Die geballte Kompetenz aus LTV, Stadtplanungsamt und Planungsbüro ist ja nun auch das Elbewasser 'runtergeflossen. Die haben uns jahrelang erzählt, die Bäume blieben stehen, ggf. könne durch Schäden infolge Baumaßnahmen Abgang entstehen, aber von einem Fällen der Bäume war keine Rede. Mit der Zusicherung des Erhalts des Baumbestandes umging die LTV einer Klage durch den B.U.N.D. Nun reichte ein einziges Gutachten, daß besagt, daß eine Baumaßnahme in 1,50m Entfernung von den Bäumen diese an den Wurzeln derart schädigen würden, daß diese bei einem stärkeren Herbstwind umfallen! Das wollen diese ganzen Kompetenzträger nicht bedacht, gewusst und berücksichtigt haben? Dann zweifle ich auch an deren Kompetenz, eine Hochwasserschutzmaßnahme zu planen und zu realisieren! Oder, was eher wahrscheinlich ist, Sie haben Sachverstand und Fachwissen. Die wussten vielleicht von Anfang, daß alle Bäume gefällt werden müssen und haben uns, um die Bälle flach zu halten jahrelang wissentlich und absichtlich belogen? Nun wird es wahrscheinlich weiter so gehen. Keine der Zusagen wird gehalten werden, Sandsteinverkleidungen, Blumenkästen und Sitzbänke werden eingespart, aber die Mauer wird immer teurer. Am Ende haben wir eine 1,50m breitere Straße, die plattgemachte und verstümmelte Elbwiese wird dann aussehen wie die Prager Straße 1988. Willkommen in Dresden, Ihr Gäste aus aller Welt!
übrigens war offensichtlich auch heute keine SZ zu gegen, hmmm... ist ja nur Pieschen und Mickten...

(17.02.2010)Welch ein Schock, was für ein Betrug!

Um die Webseite war es seit dem Erörterungstermin ruhig. Das hatte seinen Grund, trotz aller Zustimmung, die wir bekommen haben, standen wir nahezu allein beim Erörterungstermin im November 2008. Die LTV kam im Staraufgebot und redete jeden Einwand bezüglich Lebensqualität, Stadtteilpflege etc. nieder (u.a. mit angeschwemmten Lastzügen!). Die Landesregierung hatte nicht den Eindruck, dass die Gegenwehr in Mickten/Pieschen besonders stark wäre.
Ging auch gar nicht, da selbst die SZ (wie immer!!) eben erst in der Ausgabe vom damaligen 19. November 08 den Erörterungstermin veröffentlichte. Danke nochmal, liebe SZ! Das Ergebnis war das kritiklose Durchwinken, gegen uns paar Hanseln hatte die LTV leichtes Spiel.
Wir waren natürlich entsprechend demotiviert, deswegen die lange Stille auf der Webseite.

Kurz zum damaligen Beschluß:

  • Fenstereinlässe in der Mauer, zum Durchschauen für die Kinder
  • zwischen Lehmann- und Herbststraße eine Absenkung des stationären Anteils um 28cm
  • elbseitige Anschüttung von Erde und "hochwertige" Sandsteinverkleidung
  • straßenseitige Parkbänke und Blumenkästen zur optischen Auflockerung
  • Der Baumbestand soll erhalten bleiben

  • Bereits im Frühjahr 2009 berichtete die SZ, daß die straßenseitigen Ziermaßnahmen aus Kostengründen eingespart würden! Gleichzeitig war die SZ aber der Meinung, den Wünschen der Anwohner wurde im größten Umfang entsprochen.... äh... heee???

    Heute ereichte mich während einer 3-wöchigen Dienstreise die schlimmste aller möglichen Nachrichten:

    Die Bäume wie hier auf dem Hintergrund der Website zu sehen, gibt es nicht mehr! Auf der Altkötzschenbrodaer und Böcklinstraße werden alle(!!!!) Bäume gefällt, entgegen der Versprechen durch Land und LTV!

    Heute wurden die ersten alten Bäume in Höhe Trachenberger Straße gefällt. Morgen fallen die letzten großen alten Bäume! In aller Not haben sich die Neustadt-Grünen ebenfalls an die SZ gewannt. Die SZ hat dafür kein Interesse, aber das passt ja auch zur verzerrten Berichterstattung zu beiden vorhergehenden Planfeststellungsverfahren (Damals erfolgte eine einzige Anfrage durch einen Lokalreporter der SZ, nach dem bereits alles gelaufen war, im Dezember 2008!). Was von den restlichen Vorgaben durch das RP übrigbleibt, ist ja nun offensichtlich. Und Pieschen kann sich schon mal von seiner geliebten Elbwiese verabschieden. Aber Hauptsache, die technokratisch-bürokratischen Beamten der LTV haben Ihre Muskeln spielen lassen. Die Interessen der Bevölkerung, Lebensqualität und Stadtteilerhaltung spielen in Dresden nur für den weißen Hirsch eine Rolle!

    Nebenbei denke ich auch noch an die verlogene Wahlkampfkampagne von Frau Orosz: Freundlich lächelte Sie damals in Mickten und Pieschen über dicke Lettern:"Flutschutz für alle!". Deshalb bedanke ich mich auch jetzt nochmal bei Frau Orosz für diesen tollen Flutschutz! Gleichzeitig hat Sie es geschafft, mit der Leipziger Straße und der neuen Gehölzschutzsatzung (allein der Name ist eine Lüge) Pieschen und Mickten komplett baumfrei zu hacken.

    (08.11.2008) Der Erörterungstermin für die Hochwasserschutzmauer Pieschen steht fest:

    Wie im Amtsblatt Nr. 45/2008 vom 6. November veröffentlicht, findet die Erörterung im Rahmen des Anhörungsverfahrens am 20. November 2008 statt.  Ort der der Veranstaltung ist die

    Landesdirektion Dresden
    Stauffenbergallee 2
    01099 Dresden 

    Raum 4004, Großer Saal

    Es ist folgender Zeitplan vorgesehen:

    • ab 9:00 Uhr: Erörterung der Stellungnahmen der Behörden sowie der anerkannten Naturschutzvereine
    • ab 14:00 Uhr: Erörterung der privaten Einwendungen
      Das ist wohl die Zeit für uns Betroffene und diejenigen, die im 2. Planfeststellungsverfahren Einwand erhoben haben.

    Am 19. November findet zur Vorbereitung der Anhörung um 17:00 Uhr eine Bürgerversammlung statt. Veranstaltungsort ist das ehemalige Kinder- und Jugendzentrum und jetzige

    Emmers Stadtteilzentrum
    Bürgerstrasse 68
    01127 Dresden

    Die Versammlung wird durch Die Grünen veranstaltet, bei denen wir uns an dieser Stelle für die Unterstützung bedanken möchten. Trotzdem möchten wir betonen, daß es sich hier nicht um eine parteipolitische sondern ausschließlich sachbezogene Veranstaltung handelt. Unser Anliegen ist nur die Erhaltung Pieschens und der unseren Stadtteil prägenden Elbwiesen.

    Wichtig ist vor allem, daß sowohl an der Bürgerversammlung als auch an der Anhörung viele Pieschener und Mitstreiter teilnehmen. Sowohl der Ortsbeirat als auch das Regierungspräsidium müssen sehen, daß man diese stationäre Flutschutzmauer nicht einfach über unsere Köpfe hinweg errichten und damit unserem Stadtteil einen seiner schönsten und wichtigsten Plätze nehmen darf.

    Impressum